UMBAU UND SANIERUNG ZUM EV. GEMEINDEHAUS

BAUHERR:
EV. KIRCHENGEMEINDE FRIEDBERG


Ein quadratisches, rötlich-braunes Schild mit weißer Aufschrift „12 QUADRAT“

Aufgabe


Das historische Gebäude Kaiserstraße 144 in Friedberg, wurde von der 1837 gegründeten Taubstummenanstalt im Jahr 1863 erbaut und später mit einem nicht denkmalgeschützten, seitlichen Anbau versehen. Das Gebäude liegt in der denkmalgeschützten Gesamtanlage Friedbergs im Bereich der geschichtlich bedeutsamen südlichen Richtachse und wurde zuletzt als Kindergarten genutzt.

Nach dem Bau der neuen Kita wurde das Gebäude frei für eine andere Nutzung. Diese sieht die Unterbringung aller Aktivitäten der Kirchengemeinde unter einem Dach im künftigen Ev. Gemeindehaus „12 Quadrat“ vor.

Konzeption


Innerhalb des Gebäudes entstanden Andachts-, Versammlungs,- Gruppen,- und Büroräume, in denen die unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen der Ev. Kirchengemeinde Friedberg und der Familien-

bildungsstätte wahrgenommen werden können. Um die öffentliche Wahrnehmung zu verbessern und den direkten Zugang von der Kaiserstraße zu ermöglichen wurde der ursprüngliche Eingang von der

Straßenseite wieder hergestellt. Durch Abbruch von Wänden sind die erforderlichen räumlichen Verhältnisse und die benötigte Zuordnung

geschaffen, die für den guten funktionalen Ablauf erforderlich sind.


Um auch Menschen mit Behinderung den schwellenlosen Zugang zu allen Bereichen des Hauses zu ermöglichen, ist ein Aufzug eingebaut. Die Fassade des ursprünglichen Gebäudes wurde beim Umbau wiederhergestellt. Am seitlichen Anbau erfolgten deutlich sichtbare Änderungen an der Fassade im Stil unserer Zeit und machen die frühere Erweiterung deutlich ablesbar. Der historische Gebäudekörper der ehemaligen „Taubstummenanstalt“ wird dadurch wieder „sichtbar“.


Die Fenster im historischen Gebäudeteil sind im Stil der ursprünglichen Holzfenster mit schlanken Profilen, Wärmeschutzverglasung und filigranem, außenliegendem Sonnenschutz in die Original-

Fassadenöffnungen eingepasst. Im alten Anbau wurden bewusst moderne Metallfenster gewählt, die sich deutlich von den Fensterformaten des Altbaus unterscheiden. Für die gesamte Fassade wurde ein neues Farbkonzept erarbeitet.

Allgemein:


Aufgrund einer Klage gegen die Bauaufsicht und des daraus resultierenden Baustopps wurde das Gebäude erst jetzt fertiggestellt. Mit dem Innenausbau konnte deshalb erst im Sommer 2024 begonnen werden. Im Zuge der Baumaßnahme erfolgte die Umsetzung aller nach Brandschutzkonzept geforderten Sicherheitseinrichtungen. Die vorhandenen Holzbalkendecken und

Fachwerkwände sind nach Hessischer Bauordnung, Gebäudeklasse 4 ertüchtigt.

In den Treppenhäusern sind Türanlagen für die erforderlichen Brandabschlüsse hergestellt.

Innenraumgestaltung


Alle Oberflächen von Innenwänden sind saniert und erhielten einen Silikatanstrich. Die WC-Räume wurden neu geplant und gebaut. Um die Akustik in den Räumen und Fluren zu verbessern, sind akustisch wirksame abgehängte Decken eingebaut. Die Bodenbeläge sind nach neuem Farb- und Materialkonzept und den Anforderungen der Nutzer

vollständig erneuert. Die gesamte Haustechnik wurde gemäß Stand der

Technik neu gebaut. Der Einbau der Beleuchtung erfolgte nach

Lichtberechnung. Hierbei kamen energiesparende LED Leuchten zum Einsatz. Die gesamte Wasser- und Abwasserinstallation ist ausgetauscht. Leitungen mit stehendem Wasser, bzw. wenig genutzte

Stränge, sind zur Verbesserung der Trinkwasserhygiene zurückgebaut.

Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral elektrisch. Die alten Rohr- und Leitungstrassen wurden, soweit möglich, wiederverwendet, um die alte Bausubstanz zu schonen. Das Gebäude wird auch zukünftig über den vorhandenen Gas - Brennwertkessel beheizt. Alle Heizkörper wurden durch Röhrenradiatoren ersetzt.

Außen:


Es wurden alle Fenster gegen neue, thermisch getrennte Fenster mit Isolierverglasung und einem U-Wert von 0,6 bzw. 1,0 W/m²k ausgetauscht.

Zur Erfüllung des sommerlichen Wärmeschutzes sind filigrane außenliegende Sonnenschutzscreens eingebaut. Das Dachgeschoss erhielt eine Wärmedämmung nach aktuellen Anforderungen. Die alte Dacheindeckung war verbraucht und wies etliche Reparaturstellen auf. Es erfolgte deshalb im

Zuge der Baumaßnahme eine Neueindeckung mit Tonziegeln. Material- und Farbauswahl erfolgten in Anlehnung an den bisherigen Bestand. Die Außenwände der ursprünglichen Erweiterung erhielten einen neuen WDVS-Putz.

Gebäudedaten / Termine


Planungsbeginn Juni 2014
Bauantrag Nov. 2018
Baugenehmigung Aug. 2019
Baubeginn Dez. 2019
Fertigstellung Rohbau Okt. 2020
Baustopp Jan. 2021
Wiederaufnahme Bauarbeiten Jun. 2024
Gesamtfläche 950 m²
Baukosten ca. 2,8 Mio €

Planungsbeginn:

Bauantrag:

Baugenehmigung:

Baubeginn:

Fertigstellung Rohbau:

Baustopp:

Wiederaufnahme Bauarbeiten:

Gesamtfläche:

Baukosten:

Juni 2014

Nov. 2018

Aug. 2019

Dez. 2019

Okt. 2020

Jan. 2021

Jun. 2024

950 m²

ca. 2,8 Mio €